Wie lässt sich das Mitarbeiterengagement durch Schritt-Challenges steigern? Ein Leitfaden für HR und BGM

Eine Schritt-Challenge im Unternehmen aufzusetzen ist einer der wenigen Engagement-Hebel, die schnell, vergleichsweise günstig und ohne großes Projektbudget funktionieren können. Dieser Leitfaden zeigt HR- und BGM-Verantwortlichen Schritt für Schritt, wie sie eine solche Challenge planen, intern abstimmen und so gestalten, dass Mitarbeitende über die ersten Tage hinaus beteiligt bleiben.
Der Anlass ist relevant: Laut dem Gallup Engagement Index Deutschland 2025 sind nur 10 Prozent der Beschäftigten in Deutschland emotional hoch an ihren Arbeitgeber gebunden. Eine Bewegungsinitiative löst dieses Problem nicht allein. Sie kann aber Zugehörigkeit, gemeinsame Aktivität und den Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen fördern.
Das Wichtigste in Kürze
- Bauen Sie die Challenge um ein gemeinsames Ziel für das Team oder das ganze Unternehmen auf, zum Beispiel eine virtuelle Strecke zum Everest Base Camp oder einmal um die Erde.
- Teams verstärken den sozialen Charakter der Challenge. Gleichzeitig können individuelle Schrittstände sichtbar bleiben und zusätzliche Motivation schaffen.
- Schritte funktionieren als Einheit besonders gut, weil sie einfach verständlich sind und in der Regel keine besondere Ausrüstung, Sportstätte oder Vorbereitung erfordern.
- Zwei bis vier Wochen sind für eine erste Challenge ein sinnvoller Zeitraum. Längere Formate funktionieren ebenfalls, brauchen aber mehr Kommunikation.
- Belohnen Sie unterschiedliche Leistungsniveaus: etwa Top-Platzierungen nach Schritten und zusätzliche Verlosungen unter allen, die einen festgelegten Schwellenwert erreichen.
- Klären Sie in Deutschland Betriebsrat, Datenschutz und den Umgang mit individuellen Daten vor dem Start transparent.
- Eine Schritt-Challenge kann im Verhältnis zu vielen klassischen Teamevents sehr günstig sein. Die steuerliche Behandlung ist davon getrennt zu prüfen.
Was müssen Sie wissen, bevor Sie beginnen?
Eine Schritt-Challenge im Unternehmen ist ein zeitlich begrenztes Programm, bei dem Mitarbeitende ihre Schritte erfassen und gemeinsam auf ein Team- oder Unternehmensziel hinarbeiten. Häufig werden zusätzlich Teams gebildet, deren Fortschritt miteinander verglichen wird.
Vor dem Start sollten einige Grundfragen geklärt sein.
Voraussetzung | Konkret |
Gemeinsames Ziel | Zum Beispiel eine bestimmte Gesamtdistanz oder ein gemeinsames virtuelles Reiseziel |
Erfolgskennzahl | Teilnahmequote, Fortschritt zum gemeinsamen Ziel oder Anzahl der Teilnehmenden über einem festgelegten Schwellenwert |
Interne Abstimmung | Betriebsrat und Datenschutz frühzeitig einbeziehen |
Plattform | Automatische Schrittsynchronisierung, Teamfortschritt und übersichtliches Reporting |
Teams | Gruppen bilden, die Abteilungen, Standorte oder hybride Teams sinnvoll verbinden |
Belohnungen | Preise für Top-Leistungen plus zusätzliche Chancen für breitere Teilnehmergruppen |
Budget | Kosten für Plattform, Kommunikation und mögliche Preise vorab einplanen |
Warum die Kosten ein Argument sein können
Schritt-Challenges gehören häufig zu den vergleichsweise günstigen Maßnahmen im Bereich Mitarbeiterengagement und Wohlbefinden. Pro Mitarbeitendem können die Kosten je nach Format eher in der Größenordnung weniger Tassen Kaffee liegen als bei einem klassischen Teamevent.
Der Unterschied liegt auch in der Reichweite. Ein gemeinsamer Abend erreicht nur diejenigen, die an diesem Termin teilnehmen können. Eine digitale Schritt-Challenge kann dagegen über mehrere Wochen Mitarbeitende an verschiedenen Standorten, im Homeoffice und mit unterschiedlichen Arbeitszeiten einbinden.
Deshalb lässt sich die Maßnahme besser als Investition in Mitarbeiterwohlbefinden und gemeinsamen Austausch betrachten als als reiner Zusatzaufwand.
Eine größere Plattformlösung oder vom Arbeitgeber finanzierte Wearables sind dafür nicht zwingend erforderlich. Der Cochrane Review zu Pedometer-Programmen am Arbeitsplatz beschreibt solche Interventionen im Vergleich zu anderen Bewegungsprogrammen als kostengünstig.
So führen Sie eine Schritt-Challenge im Unternehmen durch
Schritt 1: Ein gemeinsames Ziel festlegen
Geben Sie dem Unternehmen oder den Teams ein gemeinsames Ziel, das sich leicht visualisieren lässt.
Statt zu sagen:
„Jede Person soll täglich 10.000 Schritte gehen“
funktioniert ein gemeinsames Ziel wie:
„Als Unternehmen laufen wir in vier Wochen die Strecke einmal um die Erde.“
oder:
„Unsere Teams sammeln gemeinsam eine Million Schritte.“
Jeder Schritt trägt zum gleichen Ziel bei.
Warum das wichtig ist: Mitarbeitende starten mit sehr unterschiedlichen Aktivitätsniveaus. Eine Person im Außendienst sammelt im Arbeitsalltag deutlich mehr Schritte als jemand, der fast den ganzen Tag in Videokonferenzen sitzt. Ein gemeinsames Ziel macht beide Beiträge relevant, ohne individuelle Tagesziele vorgeben zu müssen.
Schritt 2: Teams sinnvoll zusammenstellen
Bilden Sie Teams, in denen alle Beiträge zum gemeinsamen Fortschritt zählen. Kleine bis mittelgroße Teams lassen sich meist leichter aktivieren als sehr große Gruppen.
Gerade in hybriden Unternehmen kann es sinnvoll sein, Mitarbeitende aus unterschiedlichen Abteilungen oder Standorten zu mischen.
Warum das wichtig ist: Die Challenge schafft einen zusätzlichen Gesprächsanlass zwischen Menschen, die im Arbeitsalltag sonst wenig miteinander zu tun haben.
Individuelle Ergebnisse müssen dabei nicht verschwinden. Sichtbare persönliche Schrittstände können zusätzliche Motivation schaffen, während das gemeinsame Teamziel verhindert, dass die Challenge nur aus einem Einzelwettbewerb besteht.
Für HR ist es außerdem hilfreich, sowohl den Gesamtfortschritt als auch individuelle Ergebnisse in einem Reporting-Dashboard sehen zu können. Dadurch lassen sich Leistungen erkennen, Zwischenstände kommunizieren und Preise am Ende nachvollziehbar vergeben.
Schritt 3: Das Format bewusst einfach halten
Eine Schritt-Challenge funktioniert gerade deshalb gut, weil die Einheit leicht verständlich ist.
Schritte müssen nicht erst in Punkte oder komplizierte Aktivitätswerte umgerechnet werden. Moderne Smartphones zählen sie automatisch, und viele Mitarbeitende können zusätzliche Bewegung unkompliziert in ihren Alltag einbauen.
Das kann zum Beispiel sein:
- ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause
- ein Telefonat im Gehen
- zu Fuß zum nächsten Meeting
- eine zusätzliche Runde nach Feierabend
- ein Teil des Arbeitswegs zu Fuß
Walking ist damit für einen großen Teil der Belegschaft eine niedrigschwellige Aktivität, die in der Regel keine besondere Ausrüstung, Buchung oder sportliche Vorbereitung benötigt.
Schritt 4: Zwei bis vier Wochen für den ersten Durchlauf planen
Legen Sie einen klaren Start- und Endtermin fest.
Für eine erste Challenge sind zwei bis vier Wochen ein sinnvoller Rahmen. Das ist lang genug, damit die Challenge Teil des Arbeitsalltags wird, aber kurz genug, damit das Ziel überschaubar bleibt.
Längere Programme können ebenfalls funktionieren. Sie brauchen allerdings regelmäßige Zwischenziele, Kommunikation und neue Impulse, damit die Aufmerksamkeit nicht nachlässt.
Schritt 5: Drei Kommunikationsmomente vorbereiten
Planen Sie die Kommunikation bereits vor dem Start.
Zum Start: Erklären Sie das gemeinsame Ziel, die Teams, die Regeln, die Preise und die freiwillige Teilnahme.
Während der Challenge: Zeigen Sie, wie weit das Unternehmen bereits gekommen ist, welche Teams vorne liegen und welche Zwischenziele erreicht wurden.
Zum Abschluss: Kommunizieren Sie den gemeinsamen Gesamterfolg, die Team-Ergebnisse, Top-Teilnehmenden, Verlosungsgewinner und weitere Anerkennungen.
Ein gemeinsames virtuelles Ziel erleichtert diese Kommunikation. Statt nur eine Rangliste zu posten, kann HR beispielsweise sagen:
„Wir haben bereits 72 Prozent unserer Strecke nach Rom geschafft.“
Das macht Fortschritt für alle verständlich.
Schritt 6: Belohnungen für unterschiedliche Teilnehmende einplanen
Ein guter Belohnungsmechanismus sollte nicht nur die Person mit den meisten Schritten ansprechen.
Eine einfache Struktur besteht aus zwei Ebenen.
1. Top-Leistungen belohnen
Zum Beispiel erhalten die drei Personen mit den meisten Schritten einen Preis.
2. Zusätzliche Gewinnchancen über einen Schwellenwert schaffen
Alle Mitarbeitenden, die während der Challenge beispielsweise 100.000 Schritte erreichen, kommen in einen Lostopf für weitere Preise.
Damit bleibt auch für Menschen, die nicht um Platz eins kämpfen können, ein erreichbares Ziel bestehen.
HR kann zusätzlich ein sehr einfaches internes Belohnungssystem aufbauen. Wenn beispielsweise 30 Mitarbeitende gemeinsam eine Million Schritte in zwei Monaten erreichen sollen, könnten die ersten fünf Personen, die jeweils 100.000 Schritte schaffen, einen 20-Euro-Kaffeegutschein erhalten.
Entscheidend ist, dass solche Regeln vor dem Start klar kommuniziert werden.
Es kann sich außerdem lohnen, eine technische Lösung zu wählen, mit der Teilnehmende gesammelte Schritte gegen kleine Prämien eintauschen können. Schon kleine Belohnungen geben jeder Person einen zusätzlichen persönlichen Grund, neben dem gemeinsamen Ziel in Bewegung zu bleiben.
Auch digitale Diplome oder Teilnahmeurkunden können sinnvoll sein. Sie geben allen Teilnehmenden eine sichtbare Anerkennung, unabhängig davon, wo sie in der Rangliste gelandet sind.
Warum können Schritt-Challenges das Mitarbeiterengagement unterstützen?
Schritt-Challenges verbinden eine leicht verständliche Aktivität mit einem gemeinsamen sozialen Ziel.
Die gesundheitliche Grundlage für regelmäßige Bewegung ist gut etabliert. Die WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour empfehlen Erwachsenen 150 bis 300 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche.
Für HR liegt der zusätzliche Wert im gemeinsamen Erlebnis.
Eine Challenge zwischen Teams oder Standorten schafft einen unkomplizierten Gesprächsanlass. Mitarbeitende sehen, wie ihr eigener Beitrag in den gemeinsamen Fortschritt einfließt, und können gleichzeitig verfolgen, wie Kolleginnen und Kollegen oder andere Teams abschneiden.
Workplace-spezifische Forschung unterstützt zumindest die Aktivitäts- und Wohlbefindensseite. Eine 2021 veröffentlichte Untersuchung der schottischen Workplace Step Count Challenge analysierte 10.183 Teilnehmende über vier Jahre und stellte zwischen der ersten und achten Woche durchschnittlich 906 zusätzliche Schritte pro Tag fest. Eine Folgestudie berichtete außerdem positive selbst eingeschätzte Veränderungen bei Stress und Produktivität.
Diese Ergebnisse sollten nicht überinterpretiert werden. Sie messen Aktivität, Stress und Produktivität, nicht direkt Mitarbeiterengagement.
Eine Schritt-Challenge kann deshalb Beteiligung, Stimmung und Austausch unterstützen. Sie löst aber keine tieferen Probleme wie schlechte Führung, fehlendes Vertrauen oder dauerhaft zu hohe Arbeitsbelastung.
Wie lässt sich der Erfolg einer Schritt-Challenge messen?
Trennen Sie drei verschiedene Ebenen:
- Teilnahme
- gemeinsamer Fortschritt
- engagementbezogene Rückmeldungen
Teilnahmequote
Wie viele eingeladene Mitarbeitende haben tatsächlich teilgenommen?
Das ist einfach zu erfassen und zeigt, ob die Initiative grundsätzlich angenommen wurde.
Fortschritt zum gemeinsamen Ziel
Wie viele Schritte oder Kilometer hat das Unternehmen gemeinsam erreicht?
Damit lässt sich sehr einfach kommunizieren, ob das gesetzte Ziel erreicht wurde.
Schwellenwert-Erreichung
Wie viele Teilnehmende haben beispielsweise die für eine Verlosung festgelegten 100.000 Schritte erreicht?
Diese Kennzahl ist direkt aus den während der Challenge erfassten Ergebnissen ableitbar.
Optionales HR-Feedback
Wenn HR zusätzlich wissen möchte, ob die Challenge den Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen beeinflusst hat, kann nach Abschluss eine kurze freiwillige Frage ergänzt werden.
Zum Beispiel:
„Hat die Challenge dazu geführt, dass Sie mit Kolleginnen oder Kollegen Kontakt hatten, mit denen Sie normalerweise wenig zusammenarbeiten?“
Eine solche Befragung ist eine zusätzliche HR-Maßnahme und kein notwendiger Bestandteil der Challenge-Plattform.
Kennzahl | Was sie zeigt | Was sie nicht zeigt |
Teilnahmequote | Wie viele Mitarbeitende mitgemacht haben | Ob sich Engagement grundsätzlich verändert hat |
Gemeinsamer Fortschritt | Wie weit das Unternehmen gemeinsam gekommen ist | Wie gleichmäßig die Schritte verteilt waren |
Schwellenwert-Erreichung | Wie viele Teilnehmende einen definierten Wert erreicht haben | Ob sie jeden Tag gleich aktiv waren |
Optionales Feedback | Wahrgenommener sozialer Effekt | Kausalen Beweis für höheres Engagement |
Datenschutz, Betriebsrat und Transparenz
In Deutschland sollte eine Schritt-Challenge nicht erst dann mit Betriebsrat und Datenschutz abgestimmt werden, wenn die Plattform bereits ausgewählt wurde.
Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG kann ein Mitbestimmungsrecht bestehen, wenn eine technische Einrichtung objektiv geeignet ist, Verhalten oder Leistung von Beschäftigten zu überwachen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass individuelle Schrittstände grundsätzlich verborgen oder nur anonymisiert dargestellt werden dürfen. Die konkrete rechtliche Bewertung hängt von der Ausgestaltung des Programms, der Datenverarbeitung und den betrieblichen Vereinbarungen ab.
Vor dem Start sollte deshalb transparent geklärt werden:
- welche Daten erhoben werden
- wer individuelle Ergebnisse sehen kann
- wie lange Daten gespeichert werden
- wie die Teilnahme freiwillig gestaltet wird
- welche Auswertungen HR erhält
- welche Regeln mit dem Betriebsrat vereinbart werden
Wenn individuelle Ergebnisse Bestandteil der Challenge sind, sollte diese Sichtbarkeit von Anfang an klar kommuniziert werden. Für die Teilnehmenden kann gerade der Vergleich mit Kolleginnen und Kollegen ein Motivationsfaktor sein.
Die konkrete datenschutzrechtliche und arbeitsrechtliche Ausgestaltung sollte das Unternehmen mit Datenschutzverantwortlichen, Betriebsrat und bei Bedarf juristisch prüfen.
Was bedeutet der Steuerfreibetrag von 600 Euro?
Nach § 3 Nr. 34 EStG können Arbeitgeber bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeitendem steuer- und sozialabgabenfrei für bestimmte qualifizierte Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung einsetzen.
Wichtig ist jedoch: Nicht jede Schritt-Challenge erfüllt automatisch die Voraussetzungen.
Die Maßnahme muss die Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V erfüllen. Deshalb sollte die steuerliche Behandlung einer konkreten Challenge nicht pauschal angenommen werden.
Klären Sie den Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung oder einer zuständigen Beratungsstelle.
Der Kostenvergleich und der Steuerfreibetrag sind deshalb zwei getrennte Argumente:
- Eine Schritt-Challenge kann unabhängig davon eine vergleichsweise günstige Engagement-Maßnahme sein.
- Ob die Kosten zusätzlich steuerlich begünstigt sind, hängt von der konkreten Ausgestaltung ab.
Häufige Fehler bei Schritt-Challenges
Kein gemeinsames Ziel definieren
Nur Schritte zu sammeln, ohne eine gemeinsame Geschichte oder einen sichtbaren Zielpunkt zu haben, verschenkt einen großen Teil des Team-Effekts.
Nutzen Sie ein Ziel, das alle verstehen und verfolgen können.
Nur einen einzigen Preis vergeben
Wenn nur die Person mit den meisten Schritten gewinnen kann, ist für einen großen Teil der Belegschaft früh klar, dass der Wettbewerb für sie entschieden ist.
Kombinieren Sie deshalb Top-Preise mit Verlosungen oder einfach erreichbaren Zwischenzielen.
Die Challenge unnötig kompliziert machen
Komplexe Umrechnungssysteme oder viele verschiedene Aktivitätsmetriken machen die Regeln schwerer verständlich.
Bei einer Schritt-Challenge ist die Einfachheit ein Vorteil.
Den Betriebsrat zu spät einbinden
Wer erst kurz vor dem Launch über Mitbestimmung und Datenverarbeitung spricht, riskiert Verzögerungen.
Die Abstimmung gehört an den Anfang.
Nach dem Start nicht mehr kommunizieren
Eine Challenge braucht Zwischenstände und sichtbaren Fortschritt.
Bereiten Sie die wichtigsten Kommunikationsmomente deshalb bereits vor dem Launch vor.
Wann lohnt sich eine Plattform oder externe Unterstützung?
Eine kleine interne Challenge lässt sich grundsätzlich auch mit einfachen Mitteln organisieren.
Eine dedizierte Plattform wird besonders hilfreich, wenn:
- viele Mitarbeitende teilnehmen
- mehrere Standorte oder Länder beteiligt sind
- Schritte automatisch synchronisiert werden sollen
- Teams und Ranglisten in Echtzeit sichtbar sein sollen
- HR ein Reporting über Challenge- und Einzelergebnisse benötigt
- manuelle Datenerfassung zu viel organisatorischen Aufwand verursacht
Der richtige Zeitpunkt für eine Plattform ist deshalb nicht nur eine Frage der Unternehmensgröße. Entscheidend ist, wann die Verwaltung der Challenge mehr Zeit beansprucht als die eigentliche Kommunikation und Aktivierung.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine Schritt-Challenge dauern?
Für einen ersten Durchlauf sind zwei bis vier Wochen ein sinnvoller Zeitraum. Längere Challenges können ebenfalls funktionieren, benötigen aber zusätzliche Zwischenziele und regelmäßige Kommunikation.
Brauchen Mitarbeitende einen Fitness-Tracker?
Nein. Moderne Smartphones können Schritte automatisch zählen. Eine separate Smartwatch oder ein Fitness-Tracker kann genutzt werden, sollte aber keine Voraussetzung für die Teilnahme sein.
Sollten individuelle Schrittstände sichtbar sein?
Individuelle Ergebnisse können ein wichtiger Motivationsfaktor sein, weil Teilnehmende ihren eigenen Beitrag direkt neben den Ergebnissen ihrer Kolleginnen und Kollegen sehen. In Deutschland sollte vor dem Start transparent geregelt werden, wer welche Daten sehen kann und wie dies mit Betriebsrat und Datenschutzanforderungen vereinbart wird.
Sollten nur die besten Walker Preise bekommen?
Nein. Top-Leistungen können ausdrücklich belohnt werden. Ergänzend sollten aber auch Teilnehmende mit niedrigeren Schrittzahlen eine realistische Gewinnchance haben, zum Beispiel über eine Verlosung unter allen, die einen bestimmten Schwellenwert erreicht haben.
Was ist mit Mitarbeitenden, die nicht an der Walking-Challenge teilnehmen können oder möchten?
Die Teilnahme sollte freiwillig sein. Wer nicht teilnehmen kann oder möchte, sollte keinen Nachteil haben und kann beispielsweise organisatorisch oder kommunikativ in die Challenge eingebunden werden. Andere Aktivitäten werden nicht in Schritte umgerechnet. Gerade weil alle zu Fuß gehen und in derselben Einheit gemessen werden, bleibt die ganze Belegschaft auf einer vergleichbaren Skala und arbeitet auf dasselbe gemeinsame Ziel hin.
Ist eine Schritt-Challenge genug, um niedriges Engagement zu lösen?
Nein. Sie kann Bewegung, Austausch und gemeinsame Aktivität fördern, aber Probleme durch schlechte Führung, fehlendes Vertrauen oder hohe Belastung nicht ersetzen.
Fazit
Eine gute Schritt-Challenge braucht keine komplizierte Mechanik.
Setzen Sie ein gemeinsames, sichtbares Ziel. Organisieren Sie Mitarbeitende in Teams. Halten Sie die Einheit bei Schritten. Kommunizieren Sie regelmäßig und planen Sie Belohnungen so, dass sowohl Top-Performer als auch breitere Teilnehmergruppen einen Anreiz haben.
Für HR sollten Teilnahmequote, gemeinsamer Fortschritt und klar definierte Schwellenwerte im Mittelpunkt der Auswertung stehen. Gleichzeitig gehört in Deutschland die transparente Abstimmung mit Betriebsrat und Datenschutz bereits in die Vorbereitung.
So bleibt die Challenge einfach genug, damit viele Mitarbeitende mitmachen können, und strukturiert genug, damit HR am Ende nachvollziehbare Ergebnisse vorliegen.